Synthetic Control einfach erklärt
Synthetic Control baut aus mehreren Vergleichsgrößen eine künstliche Kontrollgruppe, um zu messen, was ohne eine Maßnahme passiert wäre. Wir erklären die Idee mit Bild und Beispiel.
Synthetic Control beantwortet eine Frage, die im Marketing ständig auftaucht und selten ehrlich beantwortet wird, was wäre passiert, wenn wir die Maßnahme nicht ergriffen hätten? Weil man diese Welt ohne die Maßnahme nicht beobachten kann, baut Synthetic Control sie aus anderen Daten nach. Wir erklären die Idee hier anschaulich.
In drei Sätzen
- 01Synthetic Control baut aus mehreren unbeeinflussten Vergleichsgrößen eine künstliche Kontrollgruppe.
- 02Diese künstliche Kontrolle zeigt, wie sich die Kennzahl ohne die Maßnahme entwickelt hätte.
- 03Der Abstand zwischen tatsächlichem Verlauf und synthetischer Kontrolle ist die geschätzte Wirkung.
Die einfache Definition
Wie das funktioniert
Stell dir vor, du startest eine Kampagne nur in einer Region und willst ihre Wirkung messen. Eine einzelne andere Region als Vergleich passt selten perfekt. Synthetic Control mischt deshalb mehrere unbeeinflusste Regionen so zusammen, dass die Mischung den Verlauf deiner Region vor der Kampagne möglichst genau nachbildet. Nach dem Start läuft diese Mischung weiter als das, was ohne Kampagne passiert wäre. Was darüber hinausgeht, ist der Effekt.
Die Kunst ist nicht, eine perfekte Vergleichsregion zu finden, sondern aus vielen unperfekten eine künstliche zu bauen, die genau passt.
Warum Synthetic Control so wertvoll ist
Oft lässt sich keine saubere Kontrollgruppe vorab einrichten, weil die Maßnahme alle betrifft oder schon gelaufen ist. Synthetic Control rekonstruiert die Kontrolle nachträglich aus vorhandenen Daten. Das macht es zum Werkzeug der Wahl für Geo-Experimente und für die Bewertung von Maßnahmen, die sich nicht als klassischer A/B-Test fahren lassen.
Der Zusammenhang mit Causal Impact
Synthetic Control ist eng mit Causal Impact verwandt. Beide bauen ein synthetisches Was-wäre-wenn und messen die Wirkung als Abstand dazu. Causal Impact nutzt dafür vor allem die eigene Vorgeschichte und Zeitreihen-Modelle, Synthetic Control vor allem die Kombination mehrerer paralleler Vergleichsgrößen. In der Praxis ergänzen sie sich, und gute Werkzeuge nutzen beide Ideen, um die Wirkung einer Maßnahme so ehrlich wie möglich zu schätzen.