Marktplatz-Marketing, Budget zwischen Amazon, eigenem Shop und Ads steuern

Marktplatz und eigener Shop konkurrieren ums selbe Budget, bei sehr unterschiedlichen Margen und gegenseitiger Kannibalisierung. Wir zeigen, wie du das Dreieck nach Deckungsbeitrag statt Umsatz steuerst.

Wer auf Marktplätzen wie Amazon verkauft und gleichzeitig einen eigenen Shop betreibt, steht vor einer besonders kniffligen Budget-Frage. Das Geld kann in Amazon-Werbung fließen, in Google- und Meta-Anzeigen für den eigenen Shop, oder in beides. Die Kanäle beeinflussen sich gegenseitig, und die Margen unterscheiden sich deutlich. Wir schauen uns an, wie du dieses Dreieck datenbasiert steuerst, statt es dem Zufall oder der lautesten Plattform zu überlassen.

In drei Sätzen

  • 01Marktplatz und eigener Shop haben unterschiedliche Margen, deshalb zählt nicht der Umsatz, sondern der Deckungsbeitrag pro Euro.
  • 02Die Kanäle kannibalisieren sich teilweise, ein Teil der Amazon-Käufer hätte auch im eigenen Shop gekauft und umgekehrt.
  • 03Die richtige Steuerung verteilt Budget nach Grenznutzen im Deckungsbeitrag und berücksichtigt die Kannibalisierung.

Warum Umsatz hier die falsche Leitgröße ist

Auf einem Marktplatz verkaufst du oft zu höherem Volumen, aber zu niedrigerer Marge, weil Verkaufsgebühren und Wettbewerb den Preis drücken. Im eigenen Shop ist das Volumen kleiner, die Marge dafür höher, weil keine Marktplatz-Provision anfällt. Wenn du beide nur nach Umsatz vergleichst, gewinnt fast immer der Marktplatz, obwohl der eigene Shop pro verkauftem Produkt mehr in deiner Kasse lässt.

Die erste und wichtigste Umstellung ist deshalb, dein Marketing nicht nach Umsatz, sondern nach Deckungsbeitrag pro Euro Werbung zu steuern. Damit wird der eigene Shop oft attraktiver, als er auf den ersten Blick wirkt.

MarktplatzUmsatz hochDeckungsbeitrag dünnEigener ShopUmsatz mittelDeckungsbeitrag dick
Gleicher Umsatz, unterschiedlicher Beitrag. Der Marktplatz bringt Volumen bei dünner Marge, der eigene Shop weniger Volumen bei dickerer Marge. Erst der Deckungsbeitrag macht sie vergleichbar.

Die Kannibalisierung mitdenken

Das ist der heikelste Punkt im Marktplatz-Marketing. Ein Teil der Käufe, die du der bezahlten Amazon-Werbung zuschreibst, hätte auch über die organische Marktplatz-Suche oder über deinen Shop stattgefunden. Wer diese Kannibalisierung ignoriert, überschätzt den Beitrag der Werbung und gibt zu viel dafür aus.

Die Frage ist nie, wie viel Umsatz ein Kanal zeigt, sondern wie viel zusätzlichen Deckungsbeitrag er erzeugt, den es ohne ihn nicht gegeben hätte.

So steuerst du das Dreieck

Drei Schritte bringen Ordnung in die Sache. Erstens, rechne jeden Kanal auf Deckungsbeitrag pro Euro Werbung um, nicht auf Umsatz. Zweitens, schätze für jeden Kanal grob, welcher Anteil der zugeschriebenen Verkäufe wirklich neu ist und welcher kannibalisiert. Drittens, verteile nach derselben Grenznutzen-Regel wie bei jedem Budget, gib dem Kanal mehr, der pro Euro den höchsten echten Deckungsbeitrag liefert, und schichte moderat um.

In der Praxis führt das oft zu einer ausgewogeneren Verteilung, als die Plattformen nahelegen. Amazon-Werbung ist wertvoll, um auf dem Marktplatz sichtbar zu sein, aber der eigene Shop verdient meist mehr Aufmerksamkeit, als sein nackter Umsatz vermuten lässt, weil dort die Marge und die Kundenbeziehung liegen.

Wo Vectalyze hilft

Genau diese Rechnung nimmt dir Vectalyze ab. Wir modellieren jeden Kanal auf Basis des Deckungsbeitrags statt des Umsatzes, schätzen über die Kannibalisierungs-Analyse den echten Mehrwert und schlagen eine Verteilung vor, die das ganze Dreieck im Blick hat. So entscheidest du nicht mehr danach, welche Plattform am lautesten nach mehr Budget ruft, sondern danach, wo jeder Euro am meisten für dein Ergebnis tut.

Deine Frage, unsere Antwort

Steuerst du zwischen Marktplatz und eigenem Shop nach Umsatz oder nach Deckungsbeitrag?

Diesen Beitrag haben wir aus echten Projekten geschrieben. Deine konkrete Situation schauen wir uns gern persönlich an und antworten mit einer fundierten Einschätzung statt einer Standard-Floskel. Genau dafür gibt es uns.

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Häufige Fragen zum Thema

Die wichtigsten Nachfragen, die uns nach diesem Beitrag erreichen.

Weil der ROAS den Umsatz misst, nicht den Gewinn. Auf einem Marktplatz mit dünner Marge kann ein hoher ROAS weniger zum Ergebnis beitragen als ein moderater ROAS im eigenen Shop mit dicker Marge. Erst der Deckungsbeitrag pro Euro Werbung macht die Kanäle fair vergleichbar.
Ein guter Anhaltspunkt ist ein Haltetest, in dem du die Amazon-Werbung für ein Segment oder eine Zeit gezielt zurückfährst und beobachtest, wie viel Umsatz wirklich wegbricht und wie viel über organische Suche oder den Shop aufgefangen wird. Was aufgefangen wird, war kannibalisiert. Tools mit Kannibalisierungs-Analyse schätzen diesen Anteil aus den Daten.
Nicht pauschal. Der eigene Shop hat meist die bessere Marge und die Kundenbeziehung, aber der Marktplatz liefert Sichtbarkeit und Volumen, das du sonst nicht erreichst. Die richtige Antwort ergibt sich aus dem Grenznutzen im Deckungsbeitrag, nicht aus einer grundsätzlichen Vorliebe.
Ja, das Prinzip ist plattformunabhängig. Ob Amazon, Otto, Zalando oder ein Branchen-Marktplatz, überall gilt dieselbe Logik aus unterschiedlicher Marge und möglicher Kannibalisierung mit dem eigenen Shop. Nur die konkreten Gebühren und die Stärke der Kannibalisierung unterscheiden sich.
Mindestens monatlich, weil sich Gebühren, Wettbewerb und Klickpreise auf Marktplätzen schnell ändern. Gerade rund um Peak-Phasen wie das Weihnachtsgeschäft verschieben sich die Grenznutzen deutlich, sodass eine starre Jahresverteilung schnell veraltet.

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