ROAS einfach erklärt

ROAS klingt nach Profit, misst aber nur Umsatz im Verhältnis zu den Werbeausgaben. Wir erklären den Begriff mit Beispiel und zeigen, warum ein hoher ROAS nicht automatisch mehr Gewinn bedeutet.

ROAS ist die wohl meistgenannte Kennzahl im Performance-Marketing und gleichzeitig eine der am häufigsten missverstandenen. Sie klingt nach Profit, misst aber etwas anderes. Wer den Begriff sauber versteht, trifft bessere Entscheidungen und fällt nicht auf einen hohen ROAS herein, der dem Unternehmen am Ende wenig bringt. Wir erklären ROAS hier von Grund auf, mit Beispiel und mit seinen Grenzen.

In drei Sätzen

  • 01ROAS ist das Verhältnis von erzieltem Umsatz zu den dafür eingesetzten Werbeausgaben.
  • 02ROAS misst Umsatz, nicht Gewinn. Marge, Wareneinsatz und Logistik stecken nicht darin.
  • 03Ein hoher ROAS auf kleinem Volumen kann fürs Unternehmen schlechter sein als ein moderater ROAS auf großem Volumen.

Die einfache Definition

Das entscheidende Wort ist Umsatz. ROAS sagt dir, wie viel Umsatz deine Werbung erzeugt hat, nicht wie viel davon am Ende als Gewinn übrig bleibt. Genau hier entstehen die meisten Fehlschlüsse.

Ein Beispiel, warum Umsatz nicht Gewinn ist

Stell dir zwei Produkte vor. Produkt A hat einen ROAS von 5, aber nur zwanzig Prozent Marge. Von hundert Euro Umsatz bleiben nach Wareneinsatz zwanzig Euro, abzüglich der zwanzig Euro Werbung bleibt null. Produkt B hat nur einen ROAS von 3, aber sechzig Prozent Marge. Von hundert Euro Umsatz bleiben sechzig, abzüglich der gut dreiunddreißig Euro Werbung bleiben rund siebenundzwanzig Euro Gewinn. Auf den ersten Blick gewinnt A mit dem höheren ROAS, in Wahrheit verdient B das Geld.

Produkt A · ROAS 5 · Marge 20 %UmsatzGewinn ≈ 0 €Produkt B · ROAS 3 · Marge 60 %UmsatzGewinn ≈ 27 €
Gleicher Umsatz, sehr unterschiedlicher Gewinn. Der höhere ROAS bei dünner Marge bringt am Ende weniger als der niedrigere ROAS bei dicker Marge.
Ein hoher ROAS sieht im Report gut aus. Ob er Geld verdient, entscheidet erst die Marge, die im ROAS gar nicht vorkommt.

Wofür ROAS trotzdem nützlich ist

ROAS ist nicht schlecht, er ist nur begrenzt. Innerhalb derselben Kampagne, mit derselben Marge und im selben Zeitraum, ist ROAS ein sinnvoller Vergleichswert, um Anzeigen oder Zielgruppen gegeneinander zu bewerten. Problematisch wird er erst, wenn man ihn über verschiedene Produkte, Kanäle oder Zeiträume hinweg als alleinige Entscheidungsgrundlage nimmt.

Die zweite Falle, ROAS ist kein kausaler Beweis

Selbst ein hoher ROAS sagt nicht, dass die Werbung den Umsatz verursacht hat. Ein Teil der zugeschriebenen Verkäufe wäre vielleicht ohnehin gekommen, etwa über die organische Suche oder weil der Kunde die Marke schon kannte. Was wirklich zählt, ist der zusätzliche Umsatz, den es ohne die Werbung nicht gegeben hätte. Mehr dazu im Begriff Inkrementalität und im Beitrag über klassische Auswertungs-Fallen.

Was du statt nacktem ROAS nutzen solltest

Steuere nach Deckungsbeitrag pro Euro Werbung statt nach reinem ROAS, dann fließt die Marge mit ein. Und prüfe bei wichtigen Entscheidungen den inkrementellen Beitrag, also den echten kausalen Effekt. So vermeidest du, dass ein glänzender ROAS dich in ein Produkt oder einen Kanal lockt, der unterm Strich wenig verdient.

Deine Frage, unsere Antwort

Steuerst du nach ROAS oder nach dem, was wirklich übrig bleibt?

Diesen Beitrag haben wir aus echten Projekten geschrieben. Deine konkrete Situation schauen wir uns gern persönlich an und antworten mit einer fundierten Einschätzung statt einer Standard-Floskel. Genau dafür gibt es uns.

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Häufige Fragen zum Thema

Die wichtigsten Nachfragen, die uns nach diesem Beitrag erreichen.

ROAS setzt Umsatz ins Verhältnis zu den Werbeausgaben, ohne weitere Kosten. ROI setzt den Gewinn ins Verhältnis zur Investition, also nach Abzug aller Kosten. Ein hoher ROAS kann mit einem schlechten ROI einhergehen, wenn die Marge dünn ist. Für Gewinn-Entscheidungen ist der ROI oder der Deckungsbeitrag aussagekräftiger.
Das hängt von der Marge ab. Bei dünner Marge brauchst du einen hohen ROAS, um überhaupt Gewinn zu machen, bei dicker Marge reicht ein niedrigerer. Eine pauschale Zielmarke wie ROAS 4 ist deshalb wenig sinnvoll. Rechne stattdessen aus, ab welchem ROAS dein konkretes Produkt nach Abzug aller Kosten profitabel ist.
Weil ein Teil der zugeschriebenen Verkäufe auch ohne die Werbung zustande gekommen wäre, etwa über organische Suche oder bestehende Markenbekanntheit. ROAS zählt diese Verkäufe der Werbung zu, obwohl sie nicht von ihr verursacht wurden. Der ehrliche Maßstab ist der inkrementelle, also zusätzliche Umsatz.
Du teilst den der Werbung zugeschriebenen Umsatz durch die Werbeausgaben im selben Zeitraum. Tausend Euro Umsatz bei zweihundert Euro Werbung ergeben einen ROAS von fünf. Achte darauf, dass die Conversion-Zahlen vollständig erfasst sind, sonst fällt der ROAS künstlich zu niedrig aus.

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