Google Ads optimieren, wenn im Konto nichts mehr geht
Irgendwann ist das Konto aufgeräumt und das Ergebnis stagniert trotzdem. Woran du erkennst, dass der Kanal gesättigt ist, was im Konto noch hilft und wo die eigentlichen Hebel liegen.
Irgendwann ist ein Google-Ads-Konto aufgeräumt. Die Suchbegriffe sind sauber, die Ausschlüsse gepflegt, die Anzeigen getestet, die Gebotsstrategie passt. Und trotzdem stagniert das Ergebnis. An diesem Punkt hilft keine weitere Kontooptimierung mehr, weil das Problem eine Ebene höher liegt. Hier steht, wie du erkennst, dass du dort angekommen bist, und was dann tatsächlich noch wirkt.
In drei Sätzen
- 01Ein aufgeräumtes Konto stagniert nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil der Kanal gesättigt ist.
- 02Mehr Budget in einen gesättigten Kanal verschlechtert die Effizienz, ohne viel hinzuzugewinnen.
- 03Die verbleibenden Hebel liegen bei Angebot, Zielgruppe und Verteilung, nicht im Konto.
Woran du Sättigung erkennst
Drei Signale, die zusammen ein klares Bild ergeben. Erstens steigen die Kosten pro Ergebnis, wenn du das Budget erhöhst, und zwar überproportional. Zweitens wächst der Anteil an erreichbarer Nachfrage, den du schon abgreifst, gegen seine Obergrenze. Drittens bringen zusätzliche Suchbegriffe nur noch Randbegriffe mit schlechter Absicht. Der Fachbegriff dafür ist Sättigung, und sie ist kein Fehler, sondern eine Eigenschaft jedes Kanals.
Was im Konto trotzdem noch geht
Ein paar Dinge lohnen sich weiter, sie verschieben die Kurve nach oben statt sie zu ignorieren. Bessere Landingpages heben die Abschlussquote und damit den gesamten Verlauf. Eine saubere Wertübergabe sorgt dafür, dass die Gebotsstrategie mit echten Umsätzen rechnet statt mit Formularen, siehe Offline-Conversions. Und die Trennung von Marken- und akquirierenden Kampagnen verhindert, dass geerntete Nachfrage die Zahlen der übrigen schönt, siehe Lohnen sich Anzeigen auf den eigenen Markennamen.
Wenn ein aufgeräumtes Konto nicht mehr wächst, ist das keine Aufgabe für den Kanal-Manager. Es ist eine Aufgabe für die Budget-Verteilung.
Die Hebel eine Ebene höher
Umschichten. Wenn Google gesättigt ist und ein anderer Kanal nicht, gehört der nächste Euro dorthin. Das ist die Grenznutzen-Regel, siehe Grenznutzen und praktisch Budget in 30 Minuten neu verteilen.
Nachfrage erzeugen statt ernten. Suchanzeigen greifen ab, was schon gesucht wird. Wenn davon nicht mehr da ist, musst du oben im Trichter etwas tun, damit unten mehr ankommt. Wie man den Beitrag solcher Maßnahmen misst, steht in Brand-Equity messen.
Mehr pro Kunde verdienen. Wenn der zulässige Preis je Kunde steigt, wird ein Teil der bisher unrentablen Nachfrage rentabel. Das verschiebt die Grenze wirksamer als jede Gebotsanpassung, siehe Kundenwert berechnen.
Was du nicht tun solltest
Das Budget trotzdem erhöhen, weil der ROAS im Bericht noch gut aussieht. Der Durchschnitts-ROAS bleibt lange ordentlich, während der Ertrag des letzten Euros schon unter die Schwelle gefallen ist. Genau diese Verwechslung von Durchschnitt und Grenzwert ist der teuerste Denkfehler in der Kanalsteuerung, ausführlich in Werbebudget berechnen.